Drei Klassen der Rahlgasse besuchten gemeinsam mit Schüler:innen der Feldgasse eine Lesung des Schriftstellers Renatus Deckert aus Victor Klemperers Tagebüchern der Jahre 1933 bis 1945.
Wie erlebten Menschen die Judenverfolgung? Was konnten sie wissen, sehen und hören? Klemperer dokumentierte nahezu täglich, wie Ausgrenzung und Verfolgung immer tiefer in seinen Alltag eindrangen: durch Verbote und Schikanen, durch offenen Terror und durch die Sprache des Nationalsozialismus. Renatus Deckert verband ausgewählte Tagebucheinträge mit historischen Bildern, Dokumenten und Einordnungen.
Dass dieses bedeutende Zeugnis erhalten blieb, verdanken wir zwei mutigen Frauen: Eva Klemperer. Sie brachte die Aufzeichnungen unter großer persönlicher Gefahr nach Pirna. Dort versteckte ihre Freundin, die Ärztin Dr. Annemarie Köhler, die Manuskripte in ihrer Privatklinik vor der Gestapo. Ohne ihren Mut hätten die Tagebücher nicht veröffentlicht werden können.
Klemperers Aufzeichnungen erinnern bis heute daran, genau hinzuhören, Entwicklungen nicht gleichgültig hinzunehmen und Menschenfeindlichkeit entgegenzutreten.
Wir danken Renatus Deckert für die eindringliche Lesung und der Feldgasse für die Gastfreundschaft.



